Staublunge unter Kohlebergarbeitern in der USA auf dem Vormarsch
Written by Kumpel fĂĽr AUF im Vest Friday, 12 February 2010 09:13
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Die Zahl der Fälle von Staublunge unter den Kohlebergarbeitern in den USA hat sich in den letzten Jahren laut der nationalen Gesundheitsbehörde National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) mehr als verdoppelt. Obwohl seit 1950 die Zahl der Bergarbeiter in den USA massiv zurückgegangen ist, von 500.000 auf 98.000 steigt die Zahl der Staublungenfälle – auch unter jungen Bergarbeitern – wieder an. Die Staublunge zerstört das Gewebe der Lunge und führt bei den Bergarbeitern zum langsamen Tod durch Ersticken.
Die massive Aushöhlung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes durch die verschiedenen US-Regierungen sowie die Erhöhung der Arbeitsstunden in den Bergwerken – die seit 1978 um 32 Prozent gestiegen ist – gefährden die Gesundheit und das Leben der Bergleute in den USA. Die erneute Verbreitung der Staublunge belegt in besonders tragischer Weise, wie sämtliche historischen Errungenschaften nicht nur der Bergarbeiter, sondern der gesamten Arbeiterklasse durch die Profitgier der Minengesellschaften wieder rückgängig gemacht werden. In den 1960er und 1970er Jahren gab es in den USA Massenkämpfe speziell in den Bergbaugebieten der Appalachen zur Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen.
Fragen der Gesundheit und der Sicherheit standen immer im Zentrum der Kämpfe der Bergarbeiter. 1968 streikten die Bergarbeiter, nachdem 78 von ihnen bei einer Bergwerksexplosion in Farmington, West Virginia, getötet wurden. Während dieser Zeit organisierten Bergarbeiter mit der Unterstützung sympathisierender medizinischer Fachkräfte die Gesellschaft für Staublunge (Black Lung Association), um Schadenersatz für dieses Leiden zu verlangen, das zu dieser Zeit von der Regierung nicht einmal als Berufskrankheit anerkannt war. Im Februar 1969 organisierten die Bergarbeiter in West Virginia einen 23-tägigen selbständigen Streik und erzwangen damit das erste Gesetz in den USA, das sich mit der Staublunge beschäftigte. Dem folgte die Verabschiedung des Gesetzes über Sicherheit und Gesundheitsschutz in den Bergwerken, das unter anderem Sicherheitsüberprüfungen anordnete und legale Obergrenzen für die Belastung mit Kohlenstaub festlegte.
Dieser Kampf ging der massiven Streikwelle der 1970er Jahre voran, in der die Bergarbeiter wesentliche Verbesserungen erreichten. Dazu gehörte auch ein 111-tägiger Streik von 1977 bis 1978 als die Bergarbeiter sich über das Streikverbot der Taft-Hartley-Verfügung hinwegsetzten, die der amerikanische Präsident Jimmy Carter erlassen hatte. Die beachtlichen Errungenschaften, die zwischen 1960 und 1980 gewonnen wurden, sind inzwischen rückgängig gemacht worden.
In den Bergarbeiterstädte der Appalachen, wo die Staublunge auf dem Vormarsch ist, herrscht heute Armut und chronische Arbeitslosigkeit. Junge Arbeiter stehen vor der Wahl: ihre Gesundheit in schlecht ausgestatteten Minen und bei langen Arbeitszeiten aufs Spiel zu setzen, irgendwo anders einen Job zu suchen oder zum Militär zu gehen.
Das Beispiel des Vormarsches der Staublunge zeigt, dass sich die Bergarbeiter weltweit zusammenschließen müssen, den auch in China leiden Bergarbeiter wieder vermehrt an Staublunge. In anderen Staaten werden die Arbeits- und Sicherheitsbedingungen weiter ausgehöhlt. Aber vor allem sind die Bergarbeiter weltweit eine Macht, wenn sie sich zusammenschließen und für eine lebenswerte Zukunft kämpfen, für sich und ihre Familien. Für eine Zukunft ohne Ausbeutung und Unterdrückung.
Stadtgruppe Vest






